Warum ich tue, was ich tue.

Oder die Motivation für meine Arbeit.

Psychotherapie

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Heilpraktikerin Motivation

In Zeiten wie zurzeit, kurz vor den Sommerferien, frage ich mich das manchmal. 

Warum tue ich das, was ich tue? 

Was ich damit meine, fragst Du Dich vielleicht. Ich möchte es Dir gerne erzählen:  

Normalerweise halte ich am Jahresende immer einen Rückblick auf das vergangene Jahr und schaue es mir an. Diesen Impuls habe ich nun jetzt mitten im Jahr. Mittlerweile habe ich lernen dürfen auf solche Impulse meines Herzens zu hören. Und wenn ich mich auf diese Impulse einlasse, durfte ich bislang immer ein Geschenk für mich mitnehmen. Mal war es eine Idee, mal eine Erkenntnis oder auch ein Loslassen von Altem.

Wie Du auf meiner Über mich-Seite gelesen hast, bin ich verschiedene Wege gegangen, bis ich hier angekommen bin. Und wer weiß welche Wege ich noch gehen werde und wo ich dran vorbeikomme.

Im Blick zurück kann ich eines sagen, dass ich immer Wegbegleiter*innen auf meinem Weg hatte. Egal auf welchem. Sie haben mich immer ein Stück meines Weges begleitet. Besonders in den turbulenten Phasen meines Lebens wurde ich von Menschen auf diesem Stück Weg begleitet.

Manchmal traten neue Menschen in mein Leben, manchmal gingen gute Freunde mit mir. Durch die Gespräche mit meinen Wegbegleiter*innen wurde es mir möglich die Perspektiven zu wechseln und meine Themen aus anderen Blickwinkeln zu betrachten. 

Dadurch konnte ich neue Wege sehen oder eine neue Klarheit erkennen. Dieser intensive Kontakt war meist zeitlich begrenzt, bis ich wieder alleine laufen konnte. Neue Freundschaften haben sich gefunden und alte gefestigt. 

Ich bin sehr dankbar in turbulenten Zeiten begleitet gewesen zu sein, mit der Gewissheit, dass es (wenn es mal wieder turbulent zugeht) wieder Wegbegleiter*innen auf meinem Weg geben wird.

Ich bin eine Wegbegleiterin

Wegbegleitung

Und genau mit diesem Gedanken komme ich im Hier und Jetzt an. Vor einigen Wochen bei meiner Ausbildung zur Meditationslehrerin, mitten in einer Meditation, war es da. Es war so offensichtlich, schon so lange da und doch nie ausgesprochen.

ICH BIN EINE WEGBELEITERIN.

Ich war von diesem Gedanken so überwältigt in seiner Klarheit, dass ich das was ich so gerne tue nun in Worte fassen kann.

ICH BEGLEITE MENSCHEN AUF IHREM WEG.

Mich erreichen Menschen in meiner Praxis, die neue oder andere Wege gehen möchten als bisher.

Wie sehen solche Wege aus?
Und an welcher Stelle ihres Weges stehen meine Patienten?

Coaching

Ich benutze das Wort Patient*in hier bewusst. Die lateinische Herkunft des Wortes Patient*in bedeutet geduldig, aushaltend, ertragend. Und genau das waren die Menschen bisher in den verschiedensten Themen, die zu mir in die Praxis kommen. Sie haben ihre bisherigen Wege geduldig ausgehalten und ertragen. Und so soll es nicht weiter gehen in ihrem Leben. Sie spüren, dass da noch so viel mehr ist in ihrem Leben.

Ich bin jedes Mal aufs höchste fasziniert welche Biographie mein Gegenüber hat. Mich begleitet bei jedem Menschen eine kindliche Neugier. Ich empfinde große Dankbarkeit und Demut Beobachterin dieser Biographien sein zu dürfen.

  • Da ist die Frau, die sich beruflich neu orientieren möchte und hin und her gerissen in ihren Gedanken ist. Sie schwankt zwischen ihrem Herzensweg und den gesellschaftlichen Normen.
    Schickt sich das? Darf Frau das? Soll ich nicht lieber doch einen 9-to-5-Job machen? Gemeinsam sind wir ein Stück ihres Weges gegangen. Die Schranke für ihren weiteren Weg durfte sich öffnen, wenn sie bei sich angekommen ist.
    In ihrem Herzen, dann kann sie alle Wege gehen, die sie gehen möchte. Konventionen hin oder her. Sie kann zu ihren Wegen stehen, da es ihre sind. Und da wirft sie so schnell nichts aus der Bahn.
  • Oder da ist die Frau, die das Rauchen aufhören möchte. Eine klare Sache eigentlich. Oder vielleicht steckt doch mehr dahinter? So ist es. Wir sind gemeinsam den Weg gegangen von „ich bin eine heimliche Raucherin“ hin zu „ich schöpfe mein Potential voll aus“.
    Sie spürt innerlich, dass sie so viel mehr noch von ihrem Leben möchte. Aktivitäten wie Fahrrad fahren, Wandern, Musizieren, den Blick nach vorne auf den Weg gewandt.
  • Da ist die Frau, die sich ganz schnell sorgt und viele Ängste hat. Sie hat in ihrer Biographie ihre Mutter sehr schnell verloren und dieses Gefühl von Hilf- und Machtlosigkeit hat sie in ihren Alltag mitgenommen.
    Wie schnell alles vorbei sein kann.
    Dieser Gedanke hat ihr die Freude und die Liebe am Leben ein großes Stück weg genommen. Mit mir als Wegbegleiterin sind wir ihren Weg gegangen, ich habe den Rahmen und Raum gehalten und viele Fragen gestellt.
    So sind wir gemeinsam von „ich habe zu schnell Angst vor vielem“ zu „ich fühle mich positiv und befreit“ gegangen.
    Durch diesen Weg und das Eintauchen in die eigenen Bedürfnisse und Gefühle hat sie die Liebe zum Leben wiederentdeckt.
    Um den schnellen Tod der Mutter besser verarbeiten zu können, haben wir zum Abschluss unseres Weges in einer Hypnosesitzung Abschied von ihrer Mutter genommen. Sie hat diese Erfahrung als sehr wohltuend und befreiend empfunden.
  • Da ist der Mann, der sich durch seine Höhenangst eingeschränkt fühlt. Diese Angst nimmt ihm viel Freude im Tun und Sein mit sich und seiner Familie.
    Ich hätte mit einer Hypnosesitzung wahrscheinlich schon einiges bewirken können, diesen Weg wollte ich so nicht gehen, da ich gespürt habe, dass da noch einiges mehr dahinter steckt.
    Dieser gemeinsame Weg hat viel Spaß gemacht. Wir sind gestartet mit „ ich mache mir zu viele Gedanken, dass etwas passieren kann“ und sind über seine Gefühle und Bedürfnisse, Fragen und Pausen zu „ich bin die Ruhe selbst“ gegangen.
    Die anschließende Hypnosesitzung hatte durch den Weg zuvor eine ganz andere Qualität.

Ich könnte Dir noch mehr Beispiele nennen.

Was haben diese unterschiedlichen Wege gemeinsam?

Mirjam Hauptfleisch

Auch das ist mir während der Meditation vor Füßen gelegen. 

Alle Patient*innen haben die Nase voll vom Gedulden, Aushalten und Ertragen. So wie es jetzt ist, soll es nicht weiter gehen. Sie haben alle ihr inne liegendes Potential gespürt, den starken Wunsch nach Entwicklung und Veränderung.
Alle waren bereit aus ihrer Komfortzone herauszutreten und sich ihre Gefühle und Bedürfnisse anzusehen und anzuerkennen. Um dann in sich hinein zu spüren, was sie denn stattdessen wollen für sich.

WAS IST MEINE AUFGABE AUF DIESEN WEGEN?

Meine lieben Patient*innen oder sollte ich lieber Menschen-in-progressio sagen, also im Fortschritt? Das passt nämlich viel besser. Denn diese Menschen möchten für Ihr Leben etwas bewegen und sie wissen unbewusst schon ganz genau, was sie für sich möchten.
Ich unterstütze als Wegbegleiterin diesen Prozess. Ich frage, ich höre zu, ich lasse Zeit und ich nehme ernst. Und ich liebe es.

Deshalb tue ich das, was ich tue. So einfach ist das.

Und weißt Du, was mir nach einigen Sitzungen das Liebste ist?

Wenn mir meine Patienten sagen, dass sie sich nun auf einem guten Weg fühlen und zwar auf ihrem Weg.
Sie haben Berge sortiert, Klarheit gewonnen und haben neue oder andere Wege eingeschlagen.

Dann weiß ich, dass meine Wegbegleitung zu Ende ist. Für mich gibt es nichts schöneres als Menschen wachsen zu sehen. Zu sehen wie sie sich ausdehnen, mehr zu sich finden und ihre eigene Freiheit immer mehr leben.

Und falls auf den kommenden Wegen neue Gabelungen oder Kurven auftauchen, dann bin ich gerne wieder Wegbegleiterin auf Zeit.

Darum tue ich das was ich tue.