Der Notfallkoffer

Liebevoll. Achtsam. Selbstwirksam

Wir meistern unseren Alltag mit seinen unterschiedlichsten Facetten. 

Und für viele Situationen planen wir im Voraus, was es sicher zu tun gibt oder was es wahrscheinlich zu tun gibt. 

Was brauche ich in dieser oder jener Situation.


So haben wir für viele Alltagsbereiche Unterstützungen parat:


  • Junge Familien haben immer Ersatzklamotten, Trinken, Pflaster, Globuli, Apfelschnitze, Feuchttücher und noch vieles mehr dabei, wenn sie auf Tour gehen.
  • Wenn wir Mädels weg gehen, dann haben wir eine Ersatzstrumpfhose, Blasenpflaster, ein zweites Paar Schuhe (denn die Hacken sind nix für einen ganzen Abend), Taschentücher, Tampons und Deo dabei.
  • Beim Wandern sind immer ein Rucksack mit unter anderem Regenschutz, Vesper, Traubenzucker, Sonnencrème und Handy dabei.
  • Meine jüngste Tochter hat sich eine Tasche mit Malsachen, Büchern und Spielen gepackt, um langweilige Pflichtveranstaltungen zu überbrücken.
  • Wenn die Kids abends weg gehen ist das Handy inklusive Powerbank und Bluetooth-Box am Start.
  • Bei Jungs oder Männern fällt mir gar nicht so wirklich was ein. Außer, dass immer der Geldbeutel dabei ist. Der muss für den Tag oder Abend reichen.

Mit all diesen Dingen, die wir zu unseren Aktivitäten mitnehmen versuchen wir Unvorhergesehenes abzumildern oder zu lösen

Jeder der beim Wandern schon einmal eine Blase hatte, weiß wie wundervoll es ist ein Pflaster dabei zu haben und schmerzfrei weitergehen zu können.

Oder wenn sich das Kind von oben bis unten eingesaut hat und eine frische Garnitur Kleidung bereit liegt.

Für unser Außen sorgen wir ganz sehr gewissenhaft. Ganz oft denken wir über kommende Ereignisse tagelang nach, um uns perfekt dafür zu rüsten. Alle Eventualitäten wollen bedacht werden.

Wie sieht es aber mit unserem Inneren aus. Wie sorgsam sind wir da? Denken wir überhaupt daran, was könnte uns denn gut tun in einer schwierigen Phase.

Ich möchte behaupten, dass die wenigsten von uns das tun. Warum sollen wir darüber nachdenken. Das würde bedeuten, dass wir uns mit Unwegbarkeiten, Schwierigkeiten und Traurigkeiten in unserem Leben befassen müssen. Und das alles in Zeiten, in denen es uns gut geht. Ach nö, das hat Zeit.

Aber warum eigentlich nicht? Warum packen wir uns nicht einen Notfallkoffer für schwere und traurige Zeiten? Und diesen packen wir uns zusammen in Zeiten, in denen es uns gut geht.

Jeder von uns kennt Stunden, Tage, Wochen oder Monate, in denen alles auf dem Kopf steht. Das können Trennungen, der Verlust eines Menschen, körperliche Krisenzeiten, Erschöpfungszustände oder auch einfach mal Weltschmerz sein.

Da sitzen wir nun in der Situation und wissen nicht wie uns geschieht. Es scheint kein Silberstreif am Horizont zu sein.

Was können wir für uns selbst tun, um uns ein leises Lächeln bei all dem Schweren auf’s Gesicht zu zaubern?

Wir packen uns einen Notfallkoffer. Einen Notfallkoffer für schwierige Zeiten.

 

Warum sollten wir das tun?

Weil wir es uns wert sind. Und weil wir achtsam und liebevoll mit und uns umgehen dürfen, wir sind nun mal wir selbst.

 

Wie funktioniert das für mich?

  • Du kaufst dir ein kleines Kinderköfferchen oder du gestaltest dir eine Box nach deinem Geschmack.
  • Dann spüre in dich hinein, welche Dinge tun dir gut? Was könnte mich in einer schwierigen Zeit aufheitern?
  • Was könnte das alles sein? Hier ein paar Beispiele:


Erinnerungsstücke aus dem Urlaub, die dich an Schönes erinnern

Dein Lieblingszitat auf schönes Papier geschrieben

Dein Lieblingstee und eine Duftkerze

Deine Lieblingslieder auf einem Stick oder einer CD

Deine Lieblingsbilder

Ein Schmuckstück

Etwas Süßes

Badeöl oder ein besonderer Badezusatz

Dir fallen bestimmt noch viele Dinge ein

 

Und immer wenn du denkst, ich möchte auf andere Gedanken kommen oder mir etwas Gutes tun, dann nimm dir deinen Notfallkoffer zur Hand.

  

Vielleicht baust du um den Koffer ein kleines Ritual

Du nimmst dir bewusst Zeit dafür. Vielleicht setzt du dich auf einen besonderen Platz. 

Du hast Ruhe um dich herum. Atme ein paar Mal ruhig ein und aus und sei ganz im Hier und Jetzt. 

Oder was auch immer dir dazu einfällt. 

Und dann tauche ein in deinen liebevoll gestalteten Notfallkoffer. Genieße, lache, schmunzle, lehn dich zurück, atme durch, richte dich neu aus.


Auch wenn der Koffer nicht die Lösung aller Probleme ist, so kann er dich unterstützen neue Kraft zu sammeln. Er kann dir ein Lächeln entlocken und er kann dich aus der schwierigen Situation eine Zeit lang herausholen. Vielleicht bringt dir diese kleine Verschnaufpause neue Ideen oder Impulse für Kommendes.

Und der Koffer zeigt dir ganz deutlich, dass du für dich sorgst. Es sind nur Dinge drin, die dir gut tun. Alles liebevoll ausgesucht von dir selbst.

Ich wünsche dir viel Freude beim Gestalten und Befüllen deines, ganz genau, deines Notfallkoffers.