Gedankenstopp

Eine kleine feine Technik.

Ich kenne das Gefühl, dass meine Gedanken nie müde werden sehr gut. Sie drehen und drehen sich im Kopf. Vom Aufwachen bis zum Einschlafen. Das macht mir auch häufig nichts aus. Nein, ich freue mich sogar, dass ich an so viel denken darf.  

Denn ich denke oft an Schönes wie Urlaub oder Freizeitplanungen. Oder ich strukturiere meinen Alltag im Kopf und bei einem 5-köpfigen-Familienunternehmen purzeln die Pläne ständig durcheinander. Dann haben meine Synapsen ganz schön was zu tun.

Dass ich mit meine Gedanken im Reinen bin und klar komme, das war nicht immer so.

Es gab vor ca. 13 Jahren eine Zeit, da haben sich meine Gedanken fast durchgängig um meine Ängste gedreht. Von morgens bis zum Abend. Das war belastend und erschöpfend.

Vielleicht kennst du das auch. Da gibt es ein Gedankenkonstrukt um deine Sorgen und Ängste herum, das sich im Laufe des Tages ständig umbaut und ausbaut. Immer wieder. Vielleicht hoffst du, dass durch die Gedanken dir die ein oder andere Idee kommt, um die Sorgen und Ängste zu verringern. Aber es ist eher so wie ein Hamster im Rad. Du bewegst dich, aber du kommst nicht von der Stelle.

Meist ist es aber so, dass du dich immer tiefer in den Gedankensog hineinziehen lässt.

Das ist kräftetzehrend, nervig, beängstigend, lästig, mühsam, spaßbefreit.

Ein Pfarrer, mit dem ich damals über meine Gedanken gesprochen hatte, gab mir einen tollen Tipp und den möchte ich euch auch mitgeben. Dieser Tipp begegnete mir auch in meinen Ausbildungen immer wieder. Er ist Teil der kognitiven Verhaltenstherapie.

Manche von euch kennen ihn bestimmt und haben ihn vielleicht auch schon angewandt: 

Der Gedankenstopp

Deine Gedanken drehen sich ständig um ein Thema und hören nicht auf. Der Gedankenstopp ist eine kleine, feine Methode mit der du selbstwirksam etwas tun:

  • Du sagst ganz laut STOPP (wenn du in der S-Bahn sitzt, dann auch leise)
  • Diesen STOPP-Impuls kannst du auch unterstützen, wenn du dir mit beiden Händen auf die Oberschenkel haust.
  • Dezenter ist es mit einem Haushaltsgummi am Arm, den du ziehst und los lässt. Der leichte körperliche Schmerz reißt dich auch aus deinen Gedanken heraus.
  • Dieser Impuls reißt dich aus deinen Gedanken
  • Juhu, du bist aus deinen Gedanken draussen!
  • Damit das so bleibt, denke statt dessen an etwas Schönes, das du dir schon vorher überlegt hast.
  • So kannst du diesen schönen Gedanken gleich herholen und musst nicht lange danach suchen und rutschst dann wieder in die Grüblerei
  • Du kannst dir auch mehrere schöne Gedanken zurechtlegen, dann hast du Auswahl
  • Beispiele: dein schönster Ort, eine lustige Begebenheit, dein Lieblingslied, ein Feld deiner Lieblingsblumen, und so weiter, sei kreativ 

Zu Beginn verweilst du vielleicht noch nicht sehr lange bei deinen positiven Gedanken. Wenn du das immer wieder übst, dann bleiben die positiven Gedanken immer länger. Du wirst Wege für dich entdecken, die positiven Gedanken weiter zu entwickeln.

In so einer Gedankenpause liegt eben die echte Chance drin, raus aus dem Hamsterrad zu kommen. Sich zu bewegen und dabei von der Stelle zu kommen. Es können Ideen entstehen, Wege aus deinen Sorgen und Ängsten zu erahnen, zu sehen oder zu gehen.

Probiere es einfach mal aus. Es ist eine tolle Übung ohne großen Aufwand, aber mit einem großen Potential.