Achtsamkeit für mich

Mein Weg zu mir.

Achtsamkeit

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Viel Spaß dabei!
Achtsamkeit für mich

Lange saß ich am Intro für diesen Blogartikel.
Ich habe geschrieben und wieder gelöscht, geschrieben und wieder gelöscht.
Ich weiß, was Dich Dir in diesem Artikel erzählen möchte, aber auf welche Weise? Wissenschaftlich oder technisch vielleicht? So dass meine Expertise herausscheint?
Das passt hier aber nicht, denn ich bin bei diesem Thema noch auf der Reise und bin sie erst vor kurzem angetreten. Es geht also nur auf die persönliche Weise.
Wahrscheinlich ist diese Weise zaghaft, stolpernd, staunend und nicht geschliffen, aber sie ist echt.

Mein Weg mit der Achtsamkeit

Ängste und Panik

Es geht um meinen Weg mit der Achtsamkeit.

Wenn ich auf die letzten 20 Jahre zurückblicke, dann war ganz viel, nur eines bestimmt nicht: 

Achtsam sein gegenüber mir selbst.

Damit Du Dir ein besseres Bild machen kannst, nehme ich Dich mit auf eine Zeitreise

Zurück in meinem Leben:

  • Ich habe nach dem Abitur eine Ausbildung zur Industriekauffrau gemacht. Die Ausbildung sollte zweieinhalb Jahre dauern. Das war mir zu lang und kaum nach meinem Beginn in der Firma, habe ich nach einer Verkürzung um ein halbes Jahr gefragt. Ja, das wäre machbar, ich müsste eben den Stoff des letzten halben Jahres in Eigenregie erlernen. Kein Problem, mache ich. Mein Ego und Ehrgeiz haben das auch gut möglich gemacht. 
  • Gegen Ende der Ausbildung war mein Fokus schon wieder weiter. Studieren, aber sicher. Jetzt mit der kaufmännischen Basis am besten Betriebswirtschaft. Mein Herzensthema Psychologie kam gar nicht bis an die Oberfläche. Mit der Ausbildung konnte ich das Studium verkürzen. Und durch eine Prüfung durchfallen, kam mir nicht in die Tüte. 
  • Wo war das Sein im Hier und Jetzt? Sicher war ich auf Festen und habe sie auch sehr genossen, aber ich war immer gedanklich schon beim nächsten Morgen bei den Vorlesungen. Die durfte ich nicht verpassen. So war ich bei den Festen nie ganz dabei. Während sich meine Kommilitonen im Geschehen fallen lassen konnten und die Nacht durchgefeiert haben, bin ich heim, um am nächsten Tag an der Fachhochschule zu sein. 
  • Mein Blick und meine Gedanken waren ganz häufig schon beim nächsten Tag, so dass ich die einzelnen Situationen gar nicht bewusst wahrgenommen habe. Meine Kommilitonen habe ich für ihre Freiheit immer beneidet. Mir war es, warum auch immer, nicht möglich. Da war doch der nächste Tag.
  • Ein paar Jahre später hat mir meine Gesundheit einen Fingerzeig gegeben. Ein Hörsturz mit anschließenden Panikattacken und vielen Ängsten haben mich aus meiner Alltagsroutine geworfen. 
  • Zuerst dachte ich, das wäre eine persönliche Niederlage. Weil, hey, so lebt Frau heute ihren Alltag. 2 kleine Kinder, berufstätig, voll stillend (immer mit der Milchpumpe im Büro und mit schönen Knoten in der Brust nach Hause), Ehrenamt und guter Laune. 
  • Auch in dieser Phase war ich gedanklich überall, nur nicht im Hier und Jetzt. So sollten auch die Panikattacken und die Ängste schnell weg. Das war auf der einen Seite auch gut, denn so bin ich in Kontakt mit Neuro Training gekommen und habe bis jetzt eine wunderbare Methode für meine Patient*innen erlernt. Aufstehen und weiter machen. Raus aus dem Moment.
  •  Auch in einer Gesprächstherapie ging es darum nach vorne zu sehen. Ich habe in dieser Zeit sehr viel über mich gelernt und dass ich die Verantwortung für mich zu übernehmen habe. Am Anfang des Prozesses habe ich diese Verantwortung immer meinen Therapeuten zugeschoben. Mach Du mal für mich und wenn Du fertig bist, dann geht es mir wieder gut. Heute schmunzele ich darüber, denn ich habe regelmäßig die Verantwortung wieder zurückbekommen. Zurück zum Absender, denn da gehört sie auch hin. Zu mir. 
Das ist heute ein großer Wert in meiner Praxis, die Verantwortung tragen meine Patient*innen. Ich bin die Wegbegleiterin, die Raum- und Rahmenhalterin. In Richtung Lösung schauen und diesen Weg auch gehen. Und Sein im Hier und Jetzt.

  • Auf der anderen Seite hat mir niemand gezeigt und ich war nicht in der Lage es selbst zu tun, im jetzigen Moment zu sein. Ich war immer eins mit meinen Gefühlen und Körperempfindungen. Ich war panisch vor der Apotheke im Breunigerland, angstvoll bis in die Haarspitzen vor dem Kindergarten, ich war mein davon galoppierender Puls. Es gab kaum ein Entrinnen.

Seit kurzem weiß ich, dass ich intuitiv eine Achtsamkeitsübung gemacht habe. Während meiner Panikattacken hat mir langsames Barfußgehen geholfen, wieder ruhig zu werden. Ich habe Kontakt mit dem kalten Boden aufgenommen, habe meine Füße abrollen gespürt. Das Erleben ganz in diesem Moment war sehr wohltuend.

In den Folgejahren war es nicht wirklich anders. Immer den Blick und die Tat nach vorn ohne den jetzigen Moment bewusst zu genießen, zu achten und zu leben.

Es war für mich die logische Konsequenz, dass ich nach meinen Erfahrungen in der Naturheilkunde und mit Neuro Training an die Ausbildung zur Heilpraktikerin gedacht habe.
Und als meine Nachbarin mich gefragt hatte, ob ich nicht mit ihr zur Schule gehen würde, habe ich nicht lange gezögert.
Für zweieinhalb Jahre sah mein Alltag dann so aus: 2 Vormittage an der Heilpraktikerschule, 50% im Angestelltenverhältnis, 3 kleine Kinder (die Jüngste war 2 Jahre alt) und eine getunnelte Prüfungsvorbereitungsphase.

Aber alles kein Problem: nach vorne schauen, organisieren und an den nächsten Tag denken. Schon während der Prüfungszeit habe ich Ausschau nach einer Fortbildung gehalten. Und daraus sind zwei tolle Jahre zur Systemischen Therapeutin daraus geworden.

Und auch hier bin ich durchgaloppiert. Besonders zu Anfang ging mir alles zu langsam. Im Rückblick vermute ich, dass meine beiden wunderbaren Lehrer mich manchmal sehr bewusst an die Zügel genommen haben. Ich habe viel über mich erfahren, bin in die Tiefe gegangen. Und doch war ich in meinen Gedanken häufig im Tun, mehr als im Sein.

Ich bin sehr dankbar für mein Leben und meine Erfahrungen und ich liebe es, wenn es bewegt zugeht. Und ich mag auch meinen Willen und meine Neugier mich Themen zu widmen. Um so mehr freue ich mich, dass dazu noch ein großes Geschenk dazu gekommen ist.

Und was hat sich nun verändert im vergangenen Jahr?

Achtsamkeit

Mein Leben ist immer noch sehr bewegt und das ist auch gut so. 

Seit Anfang November 2018 bin ich Teil des ZeigDichJahres von Super Sabine. 

Im Laufe dieser Zeit hat Sabine mit ihren Impulsen mich in Kontakt mit mir und dem jetzigen Moment gebracht. Da ihre Fragestellung und ihr Umgang mit Frau sein, Innehalten und doch vorwärts gehen für mich ganz neu war. Es hat mich intuitiv dorthin gezogen.

Ich habe mich gerne darauf eingelassen, die Beobachterin von mir selbst zu sein. Bei anderen Menschen gelingt mir das richtig gut, was in der Praxis ein großer Vorteil ist. 

Aber bei mir? Beobachterin und Zeugin von mir selbst? Was ist, wenn da nicht nur rosarote Einhörner zum Vorschein kommen, sondern auch der ein oder andere Ork? Gruselig und hässlich?

Die Tür der Achtsamkeit ist für mich noch viel weiter aufgegangen, als mich die Ausbildung zur Meditationslehrerin gefunden hat.
Ja, und das meine ich auch so. Als ich die Ausschreibung zur Fortbildung gelesen habe und beim Infoabend war, war klar, das muss ich machen.

Warum? Weil mein Herz mich dahin trägt.

Nach der Hälfte der Ausbildung liegt die Antwort nach dem Warum vor mir wie eine wunderschöne Blumenwiese. 

  • Ich lebe den Moment und bin da. 
  • Ich tue nichts außer zu atmen und diesen zu beobachten. Meine Gedanken rasen manches Mal (oft) wie eine Affenhorde durch meinen Kopf und das darf so sein. 
  • Ich muss mich dafür nicht schelten. Sie kommen und gehen. 
  • Und ich darf Gefühle, die sich zeigen liebevoll in die Hände nehmen, sie anerkennen ohne Wertung. 
  • Ich fühle, aber ich bin ich nicht meine Gefühle. 


Auch wenn man mir das nicht recht glauben mag, ich kann ein richtiger Hitzeblitz sein. Mittlerweile versuche ich immer wieder, wenn die Wutwallung kommt sie anzunehmen, sie zu sehen und sie zu fragen, was sie mir in diesem Moment zeigen möchte. Es ist nahezu immer ein Bedürfnis nicht erfüllt.

Immer wieder geht es bei mir um Wertschätzung und Anerkennung. Nachdem mir das bewusst geworden ist, kann ich damit viel gelassener und ruhiger umgehen.

Ich bin in der Vergangenheit sehr hart mit mir umgegangen. Anderen Gegenüber war ich viel verständnisvoller und durchlässiger.
Durch den Kontakt mit der Achtsamkeit und der
Meditation kann und darf ich das auch für mich tun. 

Das Mehr für mich und meine Praxisarbeit.

Von Herzen gerne lasse ich diese wunderschönen Elemente in die Praxisarbeit einfließen und sie sind nach dieser kurzen Zeit ein echter Mehrwert für meine Patient*innen geworden.

An dieser Stelle gebe ich Dir meine ersten Schritte in Richtung mehr Achtsamkeit mit. Die folgenden kleinen Impulse übe ich für mich und finde sie wunderbar:

  • Wenn ich koche, dann versuche ich ausschließlich zu kochen und nicht die restliche Wochenplanung zu machen.
  • Ich versuche urteilsfrei an Dinge heranzugehen. Sie so zu nehmen wie sie sind, ohne meine Wertung einfließen zu lassen (wow, das ist spannend).
  • Ich setze mich fast täglich für einige Minuten hin, schließe die Augen und spüre wie mein Atem ohne mein zutun fließt.
  • Wenn Gedanken kommen (und die sind bei mir immer da), dann schimpfe ich nicht mehr mit mir, sondern nehme sie zur Kenntnis, gebe ihnen gedanklich einen Kuss und lasse sie gehen oder setze sie neben mich. Was möchten Kinder, wenn sie uns immer wieder anstupsen? Wegschubst werden oder einen lieben Drücker? Da muss ich nicht mehr dazu sagen….
  • Wenn Wut oder Angst hochkommt, dann nehme ich das Gefühl in meine Hände und schaue es mir an. Wenn etwas mich so plagt, dann hat es mir etwas zu sagen. Und wenn ich es mir ansehe und frage, was denn gerade los ist, dann erhalte ich so wertvolle Antworten, die mich weitere Schritte gehen lassen. Aber ohne Druck und Zwang, sondern ganz im liebevollen Bewusstsein. Auch hier darf ich den Vergleich mit Kindern bemühen. Wenn wir sie anhören, dann ist das Thema meist gar nicht so wild wie das Drama drumrum.

Mittlerweile bin ich sehr gerne Beobachterin und Zeugin meiner Selbst. Wenn ich etwas beobachte, dann bin ich es nicht. Ich bin nicht die Wiese, das Buch oder der Tisch.
Ich muss wohl etwas anderes sein. Mehr sein.
Nämlich ich.
Und die Reise geht weiter.